TV 1908 Kirchzell

Mit Rückenwind nach Vallendar – TVK will auswärts nachlegen

Nach dem umkämpften Heimsieg gegen die TSG Münster wartet auf den TV Kirchzell am Samstag, 3. Oktober, um 18 Uhr die nächste Aufgabe in der 3. Liga Süd-West. Der Odenwaldexpress gastiert beim HV Vallendar in der Konrad-Adenauer-Halle. Auf dem Papier trifft der Tabellenachte auf den Tabellenfünfzehnten – doch gerade von dieser Konstellation will sich der TVK nicht täuschen lassen.

Mit 5:5 Punkten steht Kirchzell nach fünf Spielen auf Rang acht. Der Aufsteiger aus Vallendar hat bislang 2:8 Punktegesammelt und belegt Platz 15. Der Blick auf die Tabelle erzählt für TVK-Trainer Povilas Babarskas allerdings nur einen Teil der Geschichte. Vallendar habe unter anderem gegen Hanau und Krefeld lange mithalten können und bereits gezeigt, dass die Mannschaft in dieser Liga keineswegs zu unterschätzen ist.

Münster-Sieg als weiterer Schritt nach vorne

Mut macht dem TVK vor allem die Entwicklung aus dem vergangenen Heimspiel. Auch gegen Münster gab es nach der Pause eine Phase, in der Kirchzell etwas von seiner Linie abkam. Im Gegensatz zu den Spielen zuvor fiel diese jedoch deutlich kürzer aus. Die Mannschaft fing sich, fand zurück ins Spiel und konnte die Partie schließlich noch drehen.

Babarskas möchte diese Phasen ohnehin nicht größer machen, als sie sind. Gute und schlechte Abschnitte gebe es bei jeder Mannschaft. Entscheidend sei vielmehr, dass die schwächeren Phasen immer kürzer werden. Gegen Münster war genau diese Entwicklung zu erkennen.

Besonders zufrieden zeigte sich der Trainer mit der Konzentration seiner Mannschaft. Der TVK leistete sich nur wenige technische Fehler – so wenige wie schon lange nicht mehr. Genau diese Konsequenz soll nun auch auswärts auf die Platte gebracht werden. Verbesserungspotenzial sieht Babarskas dagegen weiterhin bei der Chancenverwertung. Kirchzell erspielt sich regelmäßig sehr gute und teilweise völlig freie Möglichkeiten, lässt davon aber noch zu viele ungenutzt.

Unangenehme Aufgabe gegen den Aufsteiger

Vallendar beschreibt Babarskas als interessante Mannschaft mit einer Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Eine Besonderheit erwartet den TVK dabei vor allem im Angriffsspiel der Gastgeber. Vallendar agiert über weite Strecken mit sieben Feldspielern und setzt konsequent auf das 7-gegen-6.

Das verlangt der Kirchzeller Defensive viel Laufarbeit und hohe Aufmerksamkeit ab. Gleichzeitig könnten sich nach Ballgewinnen Möglichkeiten ergeben, das verwaiste gegnerische Tor zu nutzen. Babarskas erwartet deshalb auch von seinen Torhütern eine wichtige Rolle, wenn Vallendar sich durch die Überzahl freie Abschlussmöglichkeiten erspielt.

Volle Konzentration über 60 Minuten

Dass sich der TVK in den vergangenen Jahren ausgerechnet gegen Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen immer wieder schwertat, ist auch innerhalb der Mannschaft ein Thema. Babarskas und sein Team haben darüber gesprochen und mit Videomaterial gearbeitet. Für den Trainer liegt ein Schlüssel dabei in der Konzentration.

Gerade auswärts müsse seine Mannschaft noch einmal ein paar Prozent drauflegen. Während zu Hause die eigene Halle, Familien und Fans zusätzlichen Rückenwind geben, wartet in fremder Halle eine andere Atmosphäre. Dort gilt es, unabhängig von Tabellenplatz und Spielstand die eigene Leistung über die gesamten 60 Minuten abzurufen.

Für Babarskas steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: Er will eine Mannschaft sehen, die alles investiert. Im Sport könne man auch nach einer guten Leistung einmal mit einem oder zwei Toren verlieren. Entscheidend sei aber, dass Einsatz und Konzentration stimmen.

Nach dem Erfolg gegen Münster bietet sich dem Odenwaldexpress nun die Gelegenheit, den nächsten Schritt zu machen. Die Schwächephasen werden kürzer, die Stabilität wächst – jetzt soll diese Entwicklung auch auswärts sichtbar werden. Vallendar dürfte dem TVK dabei allerdings alles abverlangen.