TV 1908 Kirchzell

TV Kirchzell behält im Krimi gegen Münster die Nerven

Der TV Kirchzell hat sich in einem bis zur letzten Sekunde spannenden Heimspiel gegen die TSG Münster mit 30:29 (13:13) durchgesetzt. Nach einer über weite Strecken völlig ausgeglichenen Partie geriet der TVK in der zweiten Hälfte zunächst mit drei Toren ins Hintertreffen, kämpfte sich jedoch zurück und entschied die Begegnung in einer hochdramatischen Schlussphase für sich. Einen großen Anteil am Erfolg hatte Torhüter Joshua Löffelmann, der mit zahlreichen Paraden immer wieder zur Stelle war.

Von Beginn an entwickelte sich die erwartet umkämpfte Begegnung. Tom Spieß und Mario Stark sorgten für einen guten Start des TVK, der nach wenigen Minuten mit 4:2 vorne lag. Münster ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und stellte beim 4:4 erstmals wieder den Gleichstand her. In der Folge wechselten sich beide Mannschaften mit kleinen Vorteilen ab.

Kirchzell erspielte sich im Angriff immer wieder gute Möglichkeiten, ließ aber auch Chancen liegen. Besonders vom Siebenmeterstrich blieb einiges liegen. Auf der anderen Seite war es vor allem Patrick Weber, der im Münsteraner Angriff viel Verantwortung übernahm. Mehrfach verhinderte Löffelmann mit starken Paraden einen größeren Rückstand seiner Mannschaft.

Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie intensiver. Beim 10:11 nahm Münster die erste Auszeit, wenig später glich Mario Stark zum 11:11 aus. Auch danach konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Über 12:12 ging es schließlich mit einem leistungsgerechten 13:13 in die Halbzeitpause.

Münster legt vor – Kirchzell kämpft sich zurück

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gäste zunächst den besseren Start. Münster setzte sich über 14:16 und 14:17 erstmals deutlicher ab. Auch beim 16:19 lag der TVK noch mit drei Treffern zurück. Doch genau in dieser Phase zeigte Kirchzell Moral.

Tom Spieß verwandelte einen wichtigen Siebenmeter, anschließend traf Mario Stark vom Kreis zum 18:19. Nachdem Münster den Ball verlor, erzielte Lasse Becker in der 43. Minute den 19:19-Ausgleich. Innerhalb weniger Minuten hatte der TVK den Rückstand vollständig aufgeholt und die Halle war wieder voll da.

Nach der Münsteraner Auszeit blieb Löffelmann erneut Sieger gegen den Gästeangriff. Zwar legte die TSG noch einmal zum 19:20 vor, doch Levgen Zhuk antwortete zum 20:20. Nach einer TVK-Auszeit brachte Zhuk seine Mannschaft beim 21:20 wieder in Führung – und hinten setzte Löffelmann seine starke Vorstellung mit der nächsten Parade fort.

Ein Tor entscheidet den Krimi

Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich ein echter Schlagabtausch. Münster glich zum 21:21 aus, Anton Bayer stellte auf 22:21. Über 22:22, 23:23 und 24:24 blieb die Partie völlig offen. Tim Häufglöckner traf zum 25:24, Weber antwortete erneut für Münster. Zhuk sorgte für das 26:25, doch auch darauf hatten die Gäste eine Antwort.

In der 56. Minute holte Mario Stark einen wichtigen Siebenmeter heraus, den Tom Spieß zum 27:26 verwandelte. Münster glich erneut aus. Kurz darauf musste Lennart Liebeck nach seiner dritten Zeitstrafe mit Rot vom Feld. Niklas Ihmer nutzte die folgende Phase und kämpfte sich zum umjubelten 28:27 durch. Doch selbst das war noch nicht die Entscheidung: Kenneth Fuhrig stellte in der 59. Minute wieder auf 28:28.

Jetzt hielt es kaum noch jemanden auf den Plätzen. Die Halle stand, als Lasse Becker in der 59. Minute das 29:28 erzielte. Münster nahm die Auszeit und setzte im folgenden Angriff erneut auf Weber – doch dessen Wurf fand diesmal nicht den Weg ins Tor.

Kirchzell bekam damit die Chance zur Entscheidung. Nach der eigenen Auszeit übernahm Tom Spieß Verantwortung und traf in der 60. Minute zum 30:28. Die TSG konnte in den letzten Sekunden nur noch auf 30:29 verkürzen.

Dann war Schluss – und der Jubel in der Halle entsprechend groß.

Mit dem 30:29-Heimsieg belohnte sich der TV Kirchzell für eine kämpferisch starke Vorstellung. Besonders bemerkenswert war die Reaktion nach dem Drei-Tore-Rückstand in der zweiten Halbzeit. Der TVK blieb ruhig, kämpfte sich zurück und behielt in einer Schlussphase, in der praktisch jeder Angriff über Sieg oder Niederlage entscheiden konnte, die Nerven.

Ein entscheidender Faktor war dabei Joshua Löffelmann: Der TVK-Keeper hielt seine Mannschaft mit zahlreichen Paraden im Spiel und war insbesondere in der zweiten Hälfte und in der engen Schlussphase mehrfach zur Stelle. So stand am Ende eines echten Handballkrimis ein knapper, aber umso umjubelter 30:29-Erfolg für den Odenwaldexpress.

Bild folgt!