TV 1908 Kirchzell

FSG-Damen II holen kämpferischen Punkt in Michelbach

Vorgeschichte: Das Hinspiel als Mahnung

Schon vor dem Anpfiff war die Ausgangslage klar: Das Hinspielim Oktober 2025 zwischen der FSG Bürgstadt/Kirchzell Damen II und der HSG Hörstein/Michelbach endete in einem hart erkämpften 28:28 – einem Ergebnis, das sich für die FSG wie eine Niederlage anfühlte. Trotz einer guten Leistung verspielte man damals eine Führung, weshalb der Anspruch nun eindeutig war: Revanche.

Doch die Bedingungen waren schwierig. Die FSG musste krankheitsbedingt auf mehrere Spielerinnen verzichten und reiste mit einer dünnen Personaldecke an. Trotzdem herrschte in der Kabine Einigkeit: Kampfgeist, Zusammenhalt und Konzentration sollten dieses Spiel prägen.

Schwieriger Start: Unkonzentriertheit und einfache Gegentore

Die Partie begann jedoch alles andere als ideal aus Sicht der FSG. Die ersten Minuten waren geprägt von Nervosität und mehreren technischen Fehlern, die zu unnötigen Ballverlusten führten. Der Rhythmus fehlte, und in der Abwehr stellte man der HSG zu wenig entgegen. Die Gastgeberinnen fanden zu einfache Wege zum Tor, weil die FSG-Defensive zu spät verschob, zu zögerlich agierte und häufig nur hinterherlief.

Trotz dieser Probleme zeigte die FSG im Angriff eine beachtliche Effizienz. Sobald der Ball sicher durch die eigenen Reihen lief, erspielte man sich klare Torchancen und verwandelte diese mit hoher Konsequenz. So entwickelte sich ein offenes Spiel, in dem die FSG trotz Defensivschwächen lange ebenbürtig war.

Nach 20 Minuten leuchtete ein 9:9 auf der Anzeigetafel – ein Zwischenstand, der durchaus schmeichelhaft war, aber den Kampfgeist der FSG widerspiegelte.

Rückstand zur Halbzeit

In der Schlussphase der ersten Halbzeit zeigte die HSG mehr Entschlossenheit und nutzte kleine Schwächephasen der FSG konsequent aus. Während die FSG im Angriff etwas an Präzision verlor, erhöhte die HSG das Tempo und kam vermehrt über die zweite Welle zu Torerfolgen.

So wuchs der Rückstand bis zur Pause auf 13:10 an.
Trotz des Drei-Tore-Defizits blieb die Stimmung positiv: Die FSG wusste, dass sie spielerisch keineswegs unterlegen war – es fehlte nur an Stabilität und Konzentration.

Zweite Halbzeit: Erst Rückschlag, dann Aufwind

Mit neuen taktischen Vorgaben startete die FSG in den zweiten Durchgang. Die Abwehr sollte aktiver agieren, die Absprache verbessert werden und Angriffe schneller eingeleitet werden. Doch zunächst war es wieder die HSG, die besser in die Partie fand. Die Gastgeberinnen erhöhten den Vorsprung auf fünf Treffer und setzten die FSG mit schnellen Ballgewinnen weiter unter Druck.

Doch ab der 40. Minute begann ein bemerkenswerter Wandel. Die FSG stellte sich defensiv stabiler auf, verschob kompakter und zwang die HSG zu deutlich schwierigeren Abschlüssen. Gleichzeitig blieb der Angriff der FSG konstant gefährlich: Mit viel Übersicht, geduldigem Aufbauspiel und zielstrebigen Abschlüssen kämpfte sich die Mannschaft Schritt für Schritt zurück.

Die Mühen wurden belohnt: In der 50. Minute erzielte die FSG den umjubelten 22:22-Ausgleich – ein klares Zeichen, dass dieses Spiel noch lange nicht entschieden war.

Primetime: Drama in den Schlussminuten

Die letzten zehn Minuten boten alles, was ein spannendes Handballspiel ausmacht: Führungswechsel, Emotionen, Zweikämpfe, Tempogegenstöße und ein unermüdlicher Kampf um jeden Ball. Beide Mannschaften gaben alles, ohne dass sich eine Seite entscheidend absetzen konnte.

Dann die Schlüsselszene in der 58. Minute:
Nach einem Angriff der HSG entschied der Schiedsrichter auf Siebenmeter für die Gastgeberinnen. Beim geplanten taktischenTorfrauwechsel erhielt die FSG zusätzlich eine umstrittene harte Zeitstrafe, die die ohnehin dünne Personaldecke weiter belastete. Der fällige Strafwurf wurde sicher von der HSG verwandelt – plötzlich führte die HSG in der 59. Minute mit 25:24.

Der letzte Angriff: Nerven aus Stahl

Mit nur wenigen Sekunden auf der Uhr und in Unterzahl entschied sich die FSG für eine mutige Variante: leeres Tor, sechs Feldspielerinnen, voller Fokus auf den letzten Angriff.
Die Mannschaft zeigte in dieser Drucksituation enorme Ruhe. Der Ball lief entschlossen durch die eigenen Reihen, es wurde kein hektischer Abschluss erzwungen – stattdessen suchte man geduldig die Lücke.

Und tatsächlich: In der 60. Minute zeigte der Schiedsrichter erneut auf den Siebenmeterpunkt – diesmal für die FSG. Die Zeit war bereits abgelaufen, der Strafwurf würde die letzte Aktion des Spiels sein.

Unter maximalem Druck behielt die Schützin die Nerven und verwandelte sicher zum 25:25-Ausgleich. Die Bank der FSG jubelte, und auf dem Feld brach die Erleichterung offen hervor.

Fazit: Ein Punkt, der sich wie ein Sieg anfühlt

Während sich das Hinspiel-Unentschieden wie eine verlorene Chance angefühlt hatte, war dies nun das komplette Gegenteil. Die FSG belohnte sich trotz dünner Personaldecke, trotz Rückständen und trotz schwieriger Entscheidungen gegen Ende mit einem hochverdienten Auswärtspunkt.

Es war ein Spiel, das von Einsatzbereitschaft, Teamgeist und mentaler Stärke geprägt war – und das zeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt.

Die FSG-Damen II können zurecht stolz auf diese Leistung sein:
Ein Unentschieden, das sich anfühlt wie ein Sieg.

Für die FSG 2 spielten:

Kunz Karin, Kolbe Luna (2) Kolke Lena, Wolz Fabienne (3), Hofmann Hannah, Bremer Annika (3), Leis Aisha (3) Schmitt Tamara, Riegel Jennifer (14/6)

Leichtenschlag Jana. (Tor), Markert Michelle. (Tor)