TV 1908 Kirchzell

Deutliche Derby-Niederlage für den TVK in Gelnhausen

Der TV Kirchzell musste am Samstagabend im Derby beim TV Gelnhausen eine deutliche Niederlage hinnehmen. Nach einem zunächst vielversprechenden Start verlor die Mannschaft von Trainer Povilas Babarskas zunehmend den Zugriff auf die Partie und unterlag am Ende mit 22:36 (9:21). Vor rund 750 Zuschauern erwischte vor allem die erste Halbzeit den TVK hart.  

Dabei begann die Begegnung aus Kirchzeller Sicht durchaus nach Plan. Niklas Ihmer erzielte nach gerade einmal 31 Sekunden das 1:0 für den TVK, wenig später legte er zum 2:1 nach. Tim Häufglöckner sorgte schließlich für die frühe 3:1-Führung. Die Kirchzeller agierten konzentriert, erarbeiteten sich ihre Möglichkeiten und hielten zunächst gut dagegen. Nach gut sechs Minuten stand es 4:4 – zu diesem Zeitpunkt war die Partie völlig offen.

Anschließend änderte sich das Bild jedoch zunehmend. Gelnhausen erhöhte den Druck in der Abwehr und zwang den TVK immer häufiger zu schwierigen Abschlüssen und Fehlern. Über 7:4 und 9:5 setzte sich der Gastgeber erstmals etwas deutlicher ab. Erschwerend kam hinzu, dass Kirchzell zwei Siebenmeter innerhalb kurzer Zeit nicht im Tor unterbringen konnte.

Beim Stand von 11:5 nahm Babarskas in der 16. Minute seine erste Auszeit. Die zeigte zunächst Wirkung: Lasse Becker und Niklas Ihmer verkürzten auf 11:7. Doch statt weiter heranzukommen, folgte die schwächste Phase des TVK. Gelnhausen nutzte die Kirchzeller Fehler konsequent und erzielte sieben Treffer in Folge. Aus dem 11:7 wurde innerhalb weniger Minuten ein 18:7.

Zusätzlich musste der TVK in dieser Phase einen personellen Rückschlag verkraften. Tom Spieß sah nach einer Aktion gegen Jonathan Malolepszy die Rote Karte. Bis zur Pause konnte Kirchzell den Lauf der Gastgeber nicht mehr stoppen. Mit einem deutlichen 9:21-Rückstand ging es in die Kabine.  

Zweite Hälfte ausgeglichener

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der TVK stabiler. Niklas Ihmer erzielte den ersten Kirchzeller Treffer zum 10:21, anschließend kamen auch Jannik Wolf, Levgen Zhuk und Tim Häufglöckner zum Abschluss. Wirklich verkürzen konnte Kirchzell den Rückstand allerdings nicht mehr. Gelnhausen hatte die Partie zu diesem Zeitpunkt fest unter Kontrolle.

Über 24:12 und 27:14 ging es in die Schlussphase. Nach knapp 40 Minuten hatte sich der TVK auf 16:27 herangearbeitet. Wenig später folgte jedoch der nächste Rückschlag: Jannik Wolf erhielt seine dritte Zeitstrafe und musste damit ebenfalls vorzeitig vom Feld.

Beim 30:18 durch Niklas Ihmer nach knapp 46 Minuten betrug der Rückstand weiterhin zwölf Treffer. In den letzten Minuten ging es für den TVK deshalb nur noch darum, die Partie ordentlich zu Ende zu bringen. Anton Bayer, Ihmer, Joshua Osifo und Yann de Waha steuerten weitere Treffer bei. Den Schlusspunkt setzte jedoch Gelnhausens Fynn Broßmann zum 36:22-Endstand.

Einen entscheidenden Anteil am deutlichen Ergebnis hatte auch der starke Gelnhäuser Torhüter Jan-Steffen Minerva. Mit 23 Paraden machte er dem Kirchzeller Angriff immer wieder das Leben schwer. Allerdings lag es nicht allein am gegnerischen Schlussmann. Zu häufig fehlte beim TVK die notwendige Präzision im Abschluss – insgesamt blieben zudem drei Kirchzeller Siebenmeter ungenutzt.

Babarskas: „Wir müssen daraus lernen“

Entsprechend unzufrieden zeigte sich TVK-Trainer Povilas Babarskas nach der Partie. Vor allem die Umsetzung der eigenen Vorgaben vermisste er nach der guten Anfangsphase.

Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Das, was wir uns vorgenommen haben, haben wir eigentlich nur die ersten fünf Minuten gemacht. Da waren wir noch konzentriert und haben uns im Angriff die Chancen gut erarbeitet. Aber danach haben wir auf beiden Seiten viel zu viele Fehler gemacht“, bilanzierte der Kirchzeller Trainer.

Dabei wollte Babarskas die Leistung des Gegners keineswegs schmälern, sah die Gründe für die deutliche Niederlage aber auch bei seiner eigenen Mannschaft. „Gelnhausen ist eine gute Mannschaft, das ist keine Frage. Aber wir haben uns viel, viel mehr vorgenommen und das haben wir nicht erfüllt.

Auch die 23 Paraden des Gelnhäuser Torhüters sprach der TVK-Coach an. Gleichzeitig nahm er seine Mannschaft bei der Qualität der Abschlüsse in die Pflicht: „Der gegnerische Torwart hat uns mit 23 Paraden ganz schön das Leben schwer gemacht, aber ab und zu war auch die Wurfqualität nicht so, wie man in der Dritten Liga werfen muss.

Aus der deutlichen Niederlage soll nun vor allem gelernt werden. Eine größere Tragödie will Babarskas aus dem Ergebnis nicht machen. Vielmehr soll die Partie analysiert und anschließend der Blick wieder nach vorne gerichtet werden. „Wir müssen daraus lernen, dass, wenn wir irgendwann gegen solche Mannschaften mithalten wollen, wir ein paar Sachen bei uns verändern müssen.

Nach dem erfolgreichen 34:31-Saisonauftakt gegen den TuS 82 Opladen steht für den TVK damit nach zwei Spielen eine ausgeglichene Bilanz zu Buche. Bereits am kommenden Samstag wartet die nächste Aufgabe: Um 19 Uhr tritt der TV Kirchzell beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II an.  

TV Kirchzell: Anton Bayer (2), Joshua Löffelmann, Tim Häufglöckner (2), Levgen Zhuk (3), Tobias Evers, Mario Stark, Jannik Wolf (3), Tom Spieß, Julius Mattern (1), Yann de Waha (1), Niklas Ihmer (8), Joshua Osifo (1), Lasse Jonathan Becker (1), Vadym Oskilko.